Retten-Löschen-Bergen-Schützen

Probeschleusung in einer Taucherdruckkammer

 

 

Am Samstag den 22.10.2011 machten sich acht Mitglieder der Harener Tauchergruppe auf den Weg zum Druckkammerzentrum Hannover um dort an einem Tiefenrauschseminar im Lister Krankenhaus teilzunehmen.

 

Laut Feuerwehrdienstvorschrift 8 -Tauchen- wird für Feuerwehreinsatztaucher eine Probeschleusung in einer geeigneten Taucherdruckkammer empfohlen. Pflicht ist diese Probeschleusung wenn bei Tiefen von über 20 Metern getaucht werden soll.

Die Druckkammerschleusung dient dazu, den Taucher auf seine Eignung bei Arbeiten in Überdruckatmosphären zu prüfen und ihm die Gefahren von Tieftauchgängen und den damit verbundenen Taucherkrankheiten vor Augen zu führen.

 

Nach einer kurzen Einweisung in die Ausstattung der Taucherdruckkammer sowie einer Sicherheitsunterweisung durch das Personal wurde die massive Stahltür der Druckkammer verschlossen und die Probeschleusung auf eine Tauchtiefe von 50 Metern konnte beginnen.

Der Druck in der Kammer wurde innerhalb von 7 Minuten soweit erhöht, das eine Tauchtiefe von 50 Metern erreicht wurde, dabei stieg die Temperatur im Inneren auf 48 Grad an. Während der 7 Minuten musste ein kontinuierlicher Druckausgleich von den Tauchern durchgeführt werden.

Bereits ab einer Tauchtiefe von 20 Metern traten bei den ersten Tauchern Anzeichen eines Tiefenrausches auf. Dies machte sich u.a. durch starkes Lachen aufgrund von Euphorie sowie Konzentrationsschwäche bemerkbar. Dieser Zustand wurde mit steigender Tauchtiefe verstärkt. Nach dem Erreichen der Maximaltauchtiefe von 50 Metern war es keinem Taucher mehr möglich sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Wir haben versucht einfache Mathematikaufgaben zu lösen, was uns aber leider nicht gelang, auch mit einem mitgenommenem Kartenspiel konnte nicht viel angefangen werden, da keiner in der Lage war die Karten gleichmäßig unter den Mitspielern zu verteilen, geschweige denn, dass sich jemand an die Spielregeln erinnern konnte. Diesen Zustand nennt man „Tiefenrausch“ oder auch Stickstoffnarkose und wird hervorgerufen durch die Druckveränderungen in der Atemluft. Bei realen Tauchgängen kann das Auftreten eines Tiefenrausches für den Taucher sehr gefährlich werden. Vergleichen lässt sich der Zustand mit einem starken Rausch, bei dem der Taucher nicht mehr Herr seines Handelns ist.

 

Nach ungefähr 8 Minuten auf einer Tiefe von 50 Metern, begann ein gestaffelter Aufstieg mit Dekompressions-Stops auf Tiefen von 12, 9, 6 und 3 Metern. Dabei mussten Masken getragen werden, über die die Taucher mit reinem Sauerstoff versorgt wurden. Durch die Sauerstoffgabe konnte die Gesamtdekompressionszeit verkürzt werden. Nach gut einer Stunde war die Probeschleusung beendet und die Tür konnte wieder geöffnet werden.

 

Für die Teilnehmer war diese Probeschleusung ein enormer Erfahrungszuwachs. In regelmäßigen Abständen sollen diese Probeschleusungen für die Mitglieder der Tauchergruppe der Feuerwehr Haren (Ems) wiederholt werden.

 

 

  

 

Die Teilnehmer vor dem Abtauchen in der Kammer. Aufgeblasene Luftballons wurden mitgeführt um den zunehmenden Druck zu visualisieren.

 

 

 

 

Die Teilnehmer beim Druckausgleich während des Abtauchvorganges

 

Die Teilnehmer während des Auftauchvorganges unter den Sauerstoffmasken

                  

Links Luftballon bei Normaldruck, rechts Luftballon bei einer Tiefe von 50 Metern

 

 

 

 

Montag, 19. November 2018

Designed by LernVid.com